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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

PRIAMOS

Name:
PRIAMOS
Zeitraum:
2005 - 2006
Inhalt:
Pilotprojekt zur Erhöhung der Automobilität von Menschen mit Seheinschränkungen
Förderung:
National, BMGS

PRIAMOS Logo

PRojekt Initiative zur Erhöhung der Auto-MObilität von Menschen mit Seheinschränkungen

Hintergrund


Da der Erhalt der physischen Fahrtüchtigkeit einen wesentlichen Beitrag zur sozialen und beruflichen Teilhabe leistet, bedeutet der Verlust der Fahrerlaubnis aus gesundheitlichen Gründen einen tiefen Einschnitt in die persönliche Lebensgestaltung der betroffenen Personen. Die Novellierung der Fahrerlaubnisverordnung sieht für die neuen Erwerber der Fahrerlaubnis einen altersabhängig zu wiederholenden Sehtest vor. Aufgrund vorliegender Erkenntnisse über die demographische Entwicklung unserer Gesellschaftsstruktur und den statistischen Anstieg von Augenkrankheiten, lässt sich absehen, dass langfristig eine größere Zahl von Kraftfahrzeugführern ihre Fahrerlaubnis aus gesundheitlichen Gründen verlieren wird. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob nicht auch der Personenkreis, der knapp außerhalb des Grenzbereichs des geltenden Sehtests liegt, unter gewissen Bedingungen zum sicheren Führen eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr geeignet ist.

Projektinhalt


Die Berufsförderungswerke Düren und Halle führten von Oktober 2005 bis September 2006, in Kooperation mit dem ika und ifp der RWTH Aachen und Unterstützung der Firmen Carl Zeiss Vision GmbH und der Daimler AG (damals: DaimlerChrysler) das Pilotprojekt PRIAMOS durch. Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung finanziert und ist auf ein Jahr begrenzt.

Da die federführenden Institutionen, die Berufsförderungswerke Düren und Halle, Spezialisten auf dem Gebiet der Seheinschränkungen sind, steht diese Personengruppe im Mittelpunkt. Im Rahmen des Projektes wurden die Voraussetzungen und Bedingungen ermittelt, die notwendig sind, damit auch Menschen mit bestimmten Seheinschränkungen die Fahrerlaubnis zum Führen eines PKW behalten oder erlangen können. Auf der Basis von Erfahrungen in den USA und den Niederlanden wird überprüft, ob durch den Einsatz optischer Hilfen und von Fahrassistenzsystemen sowie einer speziellen Schulung der Betroffenen eine Fahrerlaubnis erteilt werden kann. Die novellierte EU-Gesetzeslage zum Erwerb und Erhalt der Fahrerlaubnis wird ebenfalls berücksichtigt. Die Lehr- und Lernunterlagen der Vorausbildung wurden im Projekt entwickelt und die Ergebnisse wurden in einem Pilotkurs mit Testpersonen überprüft.

Beispiel Seheinschränkung im Straßenverkehr Beispiel Fernrohrbrille PRIAMOS der Firma ZEISS

 

Projektziel

Im Projekt PRIAMOS sollte ermittelt werden, ob durch spezielle Schulungen die Verkehrssicherheit gesundheitlich beeinträchtiger und älterer Menschen erhöht werden kann und somit deren Möglichkeiten zur Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben verbessert werden. Die Beantwortung der Fragen, unter welchen Bedingungen Personen mit einer Seheinschränkung das Führen eines Kraftfahrzeuges gestattet werden kann und in welcher Form Fahrassistenzsysteme das sichere Fahren unterstützen ist das vorrangige Ziel in PRIAMOS. 
Langfristig sollte durch eine gezielte Schulung mit Unterstützung durch Hilfsmittel erreicht werden, dass auch Menschen mit bestimmten Seheinschränkungen eigenverntwortlich ein Fahrzeug führen dürfen. So kann für diese Personengruppe die Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichsozialen Leben möglichst lange erhalten werden.
 

Projektverlauf


Phase 1



Phase 2



Phase 3



Phase 4



Pilotkurs


In je einem Pilotkurs für Fahrlehrer und Fahrschüler werden die entwickelten Unterrichtsinhalte für die Weiterbildung getestet und somit zugleich deren Wirksamkeit überprüft. 
Im Rahmen der Weiterbildung für Fahrschüler wird neben einem psychologischen Training zur Vermeidung und zur Bewältigung möglicher Stresssituationen im Stra-ßenverkehr, die durch die Sehbehinderung verursacht werden, die problem- und situationsgerechte Anwendung von optischen und technischen Sehhilfen erlernt und trainiert.
Bei der Weiterbildung für Fahrlehrer geht es vor allem darum, was ein „spezialaus-gebildeter” Fahrlehrer können, wissen und vermitteln muss, um Menschen mit Seheinschränkungen im sicheren Führen eines PKW zu schulen und zu überprüfen.
Die Kurse werden von den Berufsförderungswerken Düren und Halle sowie von den Instituten für Psychologie und Kraftfahrwesen der RWTH begleitet.
 

Teilnehmer


Fahrschüler
Nach Durchführung eines medizinischen Screenings mit 20 Bewerbern, mit vergleichbarer Seheinschränkung und vergleichbarem Alter, erfolgt eine Auswahl von zehn geeigneten Bewerbern mit den besten Screening-Ergebnissen. Die zehn Bewerber durchlaufen in Kleingruppen von fünf Personen jeweils in Düren und Halle eine Vorausbildung. 
Diese Vorausbildung umfasst die Überprüfung der Motorik, der Fähigkeit zum sachgerechten und sicherheitsangemessenen Umgang von optischen Sehhilfen und technischen Assistenzsystemen in Form eines fahrtechnischen Screenings. Je drei Bewerber mit den besten Screening-Ergebnissen werden im Pilotkurs eine reguläre theoretische und praktische Fahrausbildung absolvieren. 

Zum Abschluss des Kurses wird aus Gründen der Erfolgskontrolle eine realitätsnahe Fahrerlaubnisprüfung simuliert. 
Teilnehmen an diesem Pilotkurs kann jede Person mit einer definierten Seheinschränkung, die im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist bzw. war und eine Fahrpraxis von mindestens 5 Jahren vorweisen kann.
Die Seheinschränkung kann ein korrigierter Fernvisus von 0,3 auf dem besseren Auge sein oder ein Gesichtsfeld von 60° und 60° (d. h. ein horizontaler Durchmesser von mindestens 120° und ein vertikaler Durchmesser von mindestens 80°).

Fahrlehrer
Im Mittelpunkt der Fortbildung für je drei Fahrlehrer in Düren und Halle steht ein Sensibilisierungstraining in Bezug auf die Problematiken, die eine Seheinschränkung mit sich bringt. Spezielle Kenntnisse und die Eigenerfahrung wie ein Mensch mit einer Seheinschränkung seine Umgebung wahrnimmt, wie er sich motorisch verhält, wie optische Hilfsmittel die Seheinschränkung ausgleichen versetzen den Fahrlehrer in die Lage auch diese Fahrschüler zu schulen.
Für eine Teilnahme an diesem Pilotkurs sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich.
 

 

 

Projektergebnis


In Zusammenarbeit mit örtlichen Fahrschulen sowie den Instituten für Kraftfahrwesen und Psychologie der RWTH Aachen führten die BFW Düren und Halle Auswahlverfahren für potenzielle Kandidaten durch. Insgesamt sieben Teilnehmer wurden durch ein spezielles Training im Gebrauch der Teleskopbrillen und der Fahrassistenzsysteme in jeweils ca. 5 Trainings- und 12 Fahrstunden geschult. Alle Teilnehmer waren zum Ende in der Lage ein KFZ trotz Einschränkung des Fernvisus sicher zu führen. Hierbei stellte sich die Teleskopbrille als wichtigstes Hilfsmittel, das Navigationssystem sowie die Distronic als sehr hilfreiches Assistenzsystem heraus.

Projektergebnis


In Zusammenarbeit mit örtlichen Fahrschulen sowie den Instituten für Kraftfahrwesen und Psychologie der RWTH Aachen führten die BFW Düren und Halle Auswahlverfahren für potenzielle Kandidaten durch. Insgesamt sieben Teilnehmer wurden durch ein spezielles Training im Gebrauch der Teleskopbrillen und der Fahrassistenzsysteme in jeweils ca. 5 Trainings- und 12 Fahrstunden geschult. Alle Teilnehmer waren zum Ende in der Lage ein KFZ trotz Einschränkung des Fernvisus sicher zu führen. Hierbei stellte sich die Teleskopbrille als wichtigstes Hilfsmittel, das Navigationssystem sowie die Distronic als sehr hilfreiches Assistenzsystem heraus.


Abschlussbericht ist verfügbar

Der Abschlussbericht des Projektes PRIAMOS ist verfügbar. Die Kurzversion können Sie als PDF Dokument mittels Download von dieser Seite beziehen.

Eine ausführlichere Version mit Multi-Media Elementen können Sie als CD-Version mittels e-Mail bei uns bestellen.

Download der Kurzfassung des Abschlussbericht

Der Abschlussbericht im PDF-Format
 Datei: priamos_a1.pdf

PRIAMOS Abschlussbericht CD-Version

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