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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Umzug für den Arbeitsplatz

Selfie von Ralf Schneider in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Er hat kurzes dunkles Haar und trägt eine schwarze Sonnenbrille und ein graues Hemd

Ralf Schneider hatte schon mehrere Versuche in Bildungseinrichtungen und auf dem Arbeitsmarkt hinter sich, bevor er auf das BFW Düren aufmerksam wurde. Seine Hörbehinderung stellte neben seiner Sehbehinderung eine zusätzliche Hürde dar.

Der bei Stuttgart lebende 45-Jährige war daher froh, dass ihm die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg die Chance einer Eignungsabklärung im wohnortfernen BFW Düren ermöglichte und auch unserer Empfehlung folgte: Nach zweimonatiger Aktualisierung der blindenspezifischen Arbeitstechnik absolvierte Ralf Schneider erfolgreich die zweijährige Umschulung zur Bürofachkraft.

Durch Höhen und Tiefen habe man ihn im BFW mit kreativen und passgenauen Lösungen unterstützt ohne ihm seine Selbständigkeit abzusprechen, erklärt er. Insbesondere das Bewerbungstraining mit Probevorstellungsgespräch bei einem Teamleiter hat einen besonderen Eindruck bei ihm hinterlassen. „So ein schlechtes Gespräch habe ich noch nie erlebt“, habe er sich nach dem ersten Versuch anhören müssen, bevor er eine sehr wertvolle Rückmeldung mit hilfreichen Tipps erhielt.

Ein wohnortnahes Praktikum platzte zwar, aber letztlich war die Strategie, Ralf Schneiders Wettbewerbschancen mit aktualisierter Arbeitstechnik und neuem Berufsabschluss zu erhöhen, erfolgreich. Mit Unterstützung durch eine Vermittlungsfachkraft wurde er innerhalb der letzten sechs Monate seiner Umschulung auf ein Stellenangebot des Bundesverwaltungsamtes in Köln aufmerksam. Das Vorstellungsgespräch lief sehr gut und er erhielt die Zusage. Zum Glück hatte er die zweite Chance des Probevorstellungsgespräch genutzt und war danach, wie sein Erfolg beweist, bestens auf den Ernstfall vorbereitet. „Ich kann nur jedem Rehabilitanden empfehlen, die Übungsmöglichkeiten des BFW Düren zu nutzen“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Dass die Stelle im wohnortfernen Köln liegt, stellte für ihn keinen Hinderungsgrund dar. Für ihn war klar: „Dann ziehe ich einfach um. Heutzutage muss man flexibel sein – egal ob man ein Mensch mit Behinderung ist oder nicht“. Außerdem habe er im Rheinland schon während seiner Zeit im BFW Düren gute Erfahrungen gesammelt.  Nach anfänglicher Corona-Pandemie bedingter Verzögerung wird Ralf Schneider nun seine Stelle zum 01. August 2020 antreten. Und da man ab und zu aus der Not eine Tugend machen sollte, besuchte er im Rahmen dieser Zwangspause gemeinsam mit einer Rehalehrerin den neuen Arbeitsplatz. Somit konnte er sich mit gezieltem Orientierungs- und Mobilitätstraining auf seinen zukünftigen Arbeitsweg vorbereiten.

Wir wünschen Ralf Schneider viel Erfolg auf seinem neuen Lebensabschnitt!

 

Informationen zur Maßnahme "Bürofachkraft" finden sie [hier].