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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Über 4 Jahrzehnte erfolgreiche Partnerschaft

Porträtaufnahme von Herrn Könkels an seinem Schreibtisch.Er hat kurzes dunkles Haar und trägt einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und blauer Krawatte.

Telefoninterview mit Achim Könkels, Schwerbehindertenvertretung Finanzverwaltung NRW, Ende Januar 2020. Das Interview führte Angelika Ax.

 

A. A.: Herr Könkels, das Berufsförderungswerk Düren und die Finanzverwaltung NRW arbeiten seit vielen Jahren, besser gesagt, seit Jahrzehnten, erfolgreich zusammen. Angefangen hat es meines Wissens damit, dass die Finanzverwaltung uns passend ausgestatte Praktikumsplätze für blinde und sehbehinderte Menschen zur Verfügung gestellt hat, und zwar in verschiedenen Arbeitsbereichen.

 

A. K.: Ja, im Laufe der Jahre haben viele angehende Telefonisten, Bürofachkräfte und auch Kaufleute in Finanzämtern schwerpunktmäßig in der Telefonvermittlung, am Empfang oder im Post- und Botendienst praktische Erfahrungen gesammelt.

 

A. A.: Bei den Praktika hat die Finanzverwaltung nicht halt gemacht. Sie ist einen Schritt weitergegangen, indem sie Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte und Telefonisten geschaffen hat. So haben nicht wenige unserer Absolventen, vor allem Telefonisten und Bürofachkräfte, einen festen Arbeitsplatz bekommen. Erinnern Sie sich, wann es so weit war?

 

A. K.: Lassen Sie mich kurz überlegen. Mein Vorgänger Heinz Pütz hat den Vorsitz der Schwerbehindertenvertretung Ende der 70er Jahre übernommen. Es war seine Entscheidung, in den 80er Jahren mit der Überlegung an den damaligen NRW-Minister für Finanzen heranzutreten, ausschließlich blinde und sehbehinderte Telefonisten für die Vermittlungszentralen in den Finanzämtern in NRW einzustellen. Er hat somit die Basis für unsere langjährige Kooperation geschaffen.

 

A. A.: Mit anderen Worten, die Finanzverwaltung NRW und das Berufsförderungswerk Düren verbinden über 40 Jahren gemeinsame Arbeit für und mit blinden und sehbehinderten Menschen. Wie würden Sie diese Zusammenarbeit beschreiben? Oder anders gefragt, was schätzen Sie an der Kooperation?

 

A. K.: Wichtig ist mir die Qualifikation von Praktikanten und Absolventen. So gelingt es Ihnen immer wieder, die richtigen und sehr gut qualifizierten Personen an uns zu vermitteln, sei es für ein Praktikum oder einen Arbeitsplatz. Der zweite sehr wichtige Aspekt in einer Zusammenarbeit ist Vertrauen. Und das ist da. Wir können offen und ehrlich miteinander reden. Und über die Jahre hat sich auch gezeigt, dass wir uns als beidseitige Teile des Inklusionsnetzwerkes gegenseitig befruchten.

 

A. A.: Zum Beispiel durch das Setzen weiterer Schwerpunkte? Ich denke da an den Bereich der Telefonie. Reine Vermittlungsarbeit war nicht mehr gefragt, Kundenorientierung war das Stichwort.

 

A. K.: Genau, die Einbindung von Kommunikationsinhalten, wie kundenorientiertes Verhalten oder Beschwerdemanagement, war damals ein wichtiger Schritt. Aber denken Sie auch an Ihre Unterstützung bei unseren internen Fortbildungen. Begonnen hat es mit Angeboten für unsere blinden und sehbehinderten Mitarbeiter. Heute nutzen wir das Knowhow des BFW Düren auch für andere Angebote der Schwerbehindertenvertretung.

 

A. A.: Irgendwie sind wir miteinander gewachsen, haben uns weiterentwickelt. Wir sind auf unserem gemeinsamen Weg nicht stehen geblieben. Was glauben Sie, in welche Richtung führt uns der zukünftige Weg? Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

 

A. K.: Das ist leicht: Gemeinsam die Digitalisierung in allen Bereichen meistern, um Menschen mit Behinderungen auch in höherwertige Tätigkeiten zu bekommen.

 

A. A.: Herr Könkels, was für ein passender Schlusssatz. Herzlichen Dank für das Gespräch und die fabelhafte Partnerschaft.