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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Navigation mit dem Kompass

Ein Smartphone, ein sprechender Kompass und ein Braillekompass sind auf einer Straßenkarte angeordnet, die auf einem Holztisch liegt

Blindheit oder eine Sehbehinderung schränken die Fähigkeit zur selbständigen Orientierung und Fortbewegung in hohem Maße ein. Mobilität, im Sinne einer zielgerichteten, sicheren und selbständigen Fortbewegung, setzt allerdings Orientierung voraus.

Die Nutzung von einem Kompass kann bei blinden und sehbehinderten Menschen zu einer sichereren Orientierung und einer deutlichen Vereinfachung der Bewältigung von Alltagswegen und dem zuverlässigem Erstellen der geistigen Landkarte führen.

 

Richtungsänderungen wie bei langgezogenen Ecken oder Kurven, die ansonsten für blinde Menschen nicht oder nur schwer wahrnehmbar sind, werden dadurch bewusst wahrgenommen. Klassische Verlaufssituationen werden deutlich reduziert.

Ferner hilft der Kompass dabei Richtungen gezielt zu halten. Wenn es keine akustischen Richtungsgeber gibt (z.B. bei großen Plätzen) oder die Person aufgrund zusätzlicher Einschränkungen diese nicht ausnutzen kann, ermöglicht der Kompass Ausrichtungsprozesse und das Halten einer Richtung.

 

Dies ist z.B. in bestimmten Konstellationen notwendig:

 

  • Bei einfachen Straßenüberquerungen und Überquerungen an ampelgeregelten Kreuzungen, um nicht auf die Fahrbahn der parallel verlaufenden Straße zu kommen.
  • Beim Durchlaufen von breiten Fußgängerzonen bzw. beim Überqueren von großen Plätzen.

 

Auch kann nach einer Drehung die ursprüngliche Ausrichtung schnell wiedergefunden werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es hierfür teils keiner hohen kognitiven Fähigkeiten bedarf, sondern mit Übungen ein zunehmend intuitiv abrufbares Wissen aufgebaut werden kann.

 

Diese kurze Auswahl mag genügen, um aufzuzeigen, dass mit dem Kompass Orientierungsprobleme gelöst und Hürden in der eigenständigen Mobilität überwunden werden können.

Das Beispiel „Straßenüberquerung an ampelgeregelten Kreuzungen" macht deutlich: Der Kompass ist nicht nur eine große Hilfe, der die Mobilität und damit die Lebensqualität sehbehinderter, blinder und taubblinder Menschen erhöht, sondern er trägt direkt auch zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei.

Das Smartphone bietet verschiedene Apps, die sowohl für blinde (Sprachausgabe), als auch für sehbehinderte Menschen (simple Darstellung, groß und kontrastreich) sehr hilfreich sind.

Für Nicht-Smartphonenutzer gibt es z.B. einen sehr einfach zu bedienenden, elektronischen Taschenkompass mit Datum und Zeitfunktion. Informationen werden durch akustische Signale und/ oder Vibrationen ausgegeben, so dass er auch von hörgeschädigten Menschen genutzt werden kann. Taktile Markierungen auf der Rückseite des Gerätes helfen beim Erkennen von Banknoten.

Der Orientierungsgürtel (arbeitet mit Vibration) zeichnet sich dadurch aus, dass die Hand, die nicht durch den Langstock belegt ist, frei bleibt und das Hören nicht durch akustische Informationen gestört wird. Und darüber hinaus, dass die Signale permanent gesendet und empfangen werden und nicht nur auf Abruf.

 

Im Mobilitätsunterricht wird den Teilnehmern das Prinzip des Kompasses erklärt und im Unterricht eingeübt, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu optimieren.

 

Weitere Informationen zu Orientierung und Mobilität erhalten Sie [hier].