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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Modellprojekt Rundblick - ein Update

Seitenansicht eines Auges in Schwarz Weiß vor einer Gittergrafik

Das Modellprojekt Rundblick startete am 24. September 2018 und läuft nun bereits seit über einem Jahr. Zeit einmal zurückzublicken und erste Erkenntnisse zusammenzufassen.

Bis Ende Oktober haben insgesamt 60 Rehabilitanden*innen das Projekt durchlaufen (davon 7 vollblinde Patienten*innen). Im Gespräch mit diesen Patienten wurde deutlich, dass sich der ursprüngliche Anlass für dieses Projekt, das Fehlen eines ausreichenden Versorgungsnetzes für Menschen, die im Laufe ihres Lebens an Sehkraft verlieren, auch in der Praxis widerspiegelte. Viele der Rehabilitanden wurden mit einer Diagnose und schlechten Prognose vom Augenarzt ohne jegliche Form der Nachsorge entlassen. An dieser Stelle anzusetzen und ein neues Angebot im Sinne der Nachsorge zu installieren erwies sich hilfreiche Maßnahme, um die derzeit noch vorhandene Versorgungslücke zu schließen.

An der Zahl der bisher behandelten Patienten innerhalb eines Jahres wurde auch deutlich, dass der Zulauf nicht mit der Anzahl der insgesamt betroffenen Patientengruppe korrespondiert. Sowohl im Rahmen der Teilnahme an der Messe Sight City in Frankfurt, als auch im Gespräch mit vielen Rehabilitanden*innen zeigten sich starke Vorbehalte gegenüber einer psychosomatischen Behandlung. Diese Haltung zeigte sich auch bei behandelnden Augenärzten. An dieser Stelle gilt es nun weiter anzusetzen. Es ist angedacht, den Kontakt zu Sehbehindertenvereinen und –verbänden zu verstärken, unser Modellprojekt persönlich bei diesen vorzustellen und somit womöglich bestehende Vorbehalte und Sorgen aus dem Weg räumen zu können. Ein bestehendes Interesse dieser Institutionen wurde bereits auf der Sight City, für die auch 2020 eine Teilnahme geplant ist, erkenntlich.

Eine weitere Erkenntnis des letzten Jahres ist sicherlich die Erfahrung, dass die bisherigen Rehabilitanden*innen einen individuell sehr unterschiedlichen Bedarf an Unterstützung, Hilfsangeboten und Maßnahmen äußerten. Dies wurde nicht nur im Unterschied von vollblinden und seheingeschränkten Rehabilitanden*innen, sondern auch darüber hinaus deutlich. Es erschien notwendig, unsere Angebote sehr individuell anzupassen, sodass wir die Behandlung teilweise verlängerten oder verkürzten, die letzte Woche der Belastungserprobung in Düren aufgrund nicht ausreichender Stabilität streichen mussten oder diese bei anderen Teilnehmern wiederum nicht mehr notwendig war. An dieser Stelle war ein hohes Maß an Flexibilität sowohl bei uns, als auch beim BFW Düren erforderlich.

Auch wir, als ursprünglich nicht sehbehindertengerecht ausgestattete Klinik, mussten im letzten Jahr viele Veränderungen vornehmen. Neben der räumlichen Ausstattung (Markierungen, Beschilderungen) wurden eigene Therapieeinheiten für die Rundblick-Teilnehmer eingerichtet. So können sie sich nun in der Kunsttherapie und Papierwerkstatt kreativ betätigen, in denen auch Gesellschaftsspiele für Sehbehinderte selbst hergestellt werden. Ebenso wurde eine eigene Sporteinheit ins Leben gerufen. Für Ballsportarten wurden verschiedene Klingelbälle angeschafft.

 

Quelle: salü, Salus Klinik Hürth

 

Informationen zum Modellprojekt Rundblick erhalten Sie [hier]