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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

EUTB - Beratung auf Augenhöhe

1 Frau berät 2 Frauen. Sie sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Im Hintergrund steht ein Prospektständer und ein Roll-Up mit EUTB-Logo

Plötzlich ist alles anders – eine Behinderung kann einen Menschen mitten aus dem Leben reißen. Unabhängig davon, ob es sich um eine angeborene oder spät auftretende Beeinträchtigung handelt, stehen viele Menschen in dieser Situation erst einmal ohne Orientierung und mit Zukunftsängsten da. Wohin kann ich mich mit meinen Fragen wenden? Wer kann mich dabei unterstützen, einen neuen Weg zurück zu einem selbstbestimmten Leben zu finden? Oft erfahren auch wir im BFW Düren von einer scheinbar endlosen Odyssee bis die richtige Anlaufstelle gefunden wurde. Wertvolle Zeit kann verstreichen mit Folgen wie Verlust des Arbeitsplatzes, der Alltagsstruktur und der Selbständigkeit durch fehlende Hilfsmittel.

Was benötigen wir, um die Menschen in so einer Situation schnell und effektiv zurück zur Teilhabe am (Arbeits)leben zu bringen? Eine zentrale Anlaufstelle, die einen Überblick über alle Hilfsangebote gibt – unabhängig von Leistungsträgern und -erbringern. An dieser Stelle kommt die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) ins Spiel und schließt mit ihrem Angebot eine große Lücke. Der Aufbau von 500 Beratungsangeboten seit 2018 bietet auch auf verschiedene Behinderungsformen spezialisierte Stellen.

„Wir brauchen in Düren eine Schnittstelle wo Hilfsangebote auch für sehbehinderte und blinde Menschen zusammenlaufen“, dies war Frau Freise bereits während ihrer Qualifizierung im BFW Düren klar. Die Stelle als EUTB-Beraterin nahm sie daher begeistert an und war mit viel Engagement am Aufbau eines Beratungsstandorts in Düren beteiligt. Bei ihrer Schilderung des Beratungsprozesses merkt man sofort, dass sie das Leitbild der EUTB lebt. Sie hat wie die meisten EUTB-Berater neben ihren fachlichen Kenntnissen einen entscheidenden Vorteil: Als Betroffene bietet sie betroffenen Ratsuchenden eine Begegnung auf Augenhöhe und schafft durch das sogenannte Peer-Counseling eine besondere Form des Verständnisses. Oft wird hier erstmals die wertvolle Erfahrung gemacht, ohne Zeitdruck, in einer angenehmen Atmosphäre auf ein offenes Ohr für ihre Geschichte zu treffen. Der Berater macht sich ein Bild und gestaltet den Beratungsprozess ganz nach den individuellen Bedürfnissen. Ziel ist es, ein möglichst breites Potpourri aus Hilfsangeboten und möglichen Wegen aufzuzeigen. Die Beratung soll Orientierung geben – die Entscheidung jedoch selbstbestimmt vom Ratsuchenden getroffen werden.

Die besondere Vernetzung der EUTB-Beratungsstellen mit anderen beratenden Einrichtungen bietet zudem ein hohes Maß an Flexibilität für Ratsuchende. Hiervon kann auch Frau Bruns, Leiterin und Fachberaterin der EUTB Beratungsstelle für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen NRW, berichten: Um die optimalen Bedingungen einer Qualifizierung eines hör- und sehbehinderten Rehabilitanden des BFW Dürens zu generieren, war es sinnvoll, alle Beteiligte (IFD, EUTB, BFW Düren) an einen Tisch zu holen. Die Agentur für Arbeit finanzierte daraufhin neben der Qualifizierung auch die empfohlene Taubblindenassistenz. Eine Investition, die sich bereits durch eine erfolgreiche Vermittlung auf eine unbefristete Stelle im Landesdienst bezahlt gemacht hat.