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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Ein Mann steuert in die Zukunft

Stefan Müller sitzt an seinem Bildschirmarbeitsplatz. Er trägt ein schwarzes T-Shirt und ein Head-Set

Im Alter von 49 Jahren führte bei Stefan Müller eine schwere Erkrankung der Sehnerven dazu, dass er nicht mehr als LKW-Fahrer im Fernverkehr arbeiten konnte. Die Internetrecherche zur Routenplanung gehörte vorher zu seinen täglichen Aufgaben.

Durch das Internet fand er auch den Weg in das Berufsförderungswerk Düren. Über die Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz absolvierte er nach dem Reha-Vorbereitungslehrgang von 2017 bis 2019 eine Ausbildung zur Bürofachkraft. Er lernte schnell und gut und überzeugte durch sein offenes und sympathisches Wesen.

Nach Ende der Ausbildung war die Stellensuche für Stefan Müller schwierig. Er wohnt mit seiner Frau und drei Kindern in der Eifel und ist auf den dort eher spärlichen öffentlichen Personennahverkehr angewiesen.

Als er erfuhr, dass das Berufsförderungswerk Düren einen Pförtner zur Krankheitsvertretung suchte, bewarb er sich sofort und wurde eingestellt. Im BFW kannte jeder den freundlichen Mann, der sich natürlich schnell wieder im Haus zurechtfand. Da Pfortendienst auch Schichtdienst bedeutet, zögerte der 53-Jährige nicht lange und mietete sich ein Zimmer im BFW Düren.

Da es sich nur um eine befristete Beschäftigung handelte, schrieb er weiterhin Bewerbungen und absolvierte Vorstellungsgespräche – mit Erfolg: Seit März arbeitet er in der Landwirtschaftszählung der IT NRW in Düsseldorf. Ausgehend von einem Statistischen Landesamt hat sich die Institution zu einem modernen Dienstleister für statistische und informationstechnische Aufgaben entwickelt.

Regelmäßig erhebt die IT NRW Zahlen von Landwirten zu Ackerbau und Viehzucht, Bodennutzung, Art und Menge der Düngemittel usw. Die mithilfe einer Spezialsoftware erhobenen Werte sind Grundlage für Subventionen, Nothilfen bei Naturkatastrophen etc. Herr Müller erklärt den Landwirten, dass und warum sie auskunftspflichtig sind, geht mit ihnen im Telefonsupport die Fragebögen durch und hilft beim Ausfüllen und Absenden. Eine Arbeit, die für den zuvorkommenden und geduldigen Mann wie geschaffen ist. Wenn die Werte eingegangen und eingegeben sind, unterzieht er sie einer Plausibilitätskontrolle und hakt gegebenenfalls noch einmal beim Absender nach.

Und: Herr Müller ist noch einmal umgezogen: Nach Krefeld, von wo er mit der U-Bahn in einer Stunde zu seiner Arbeitsstelle pendeln kann. „Dass wir uns nur am Wochenende sehen, kennen wir ja. Schließlich war es in meinem Beruf als Fernfahrer auch nicht anders“, sagt er.

„Auch, wenn es etwas abgedroschen klingt: Für mich war wirklich der Weg das Ziel“.

 

Informationen zur Maßnahme "Bürofachkraft" erhalten Sie [hier].