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11 Fragen an... Hannes Karbaum

Hannes kniet auf dem Boden, vor ihm sitzt seine Führhundhündin Jenny

Hannes Karbaum (27), hier mit Führhund Jenny, ist nach seiner Erblindung im Jahr 2017 seit dem 4. Juni 2018 Teilnehmer des BFW Düren. Nach der blindentechnischen Grundreha absolviert er seit Anfang Juli 2018 eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten.

 

Wie beginnt ein guter Tag für Sie? 

Ich brauche morgens nach dem Aufstehen erst einmal eine schöne heiße Tasse Kaffee nach einer erfrischenden Dusche. Anschließend genieße ich ein gemütliches Frühstück und abschließend einen entspannten Spaziergang mit Jenny.

 

Gibt es Menschen, die Sie geprägt haben?

Ein Mensch, der mich geprägt hat, war definitiv mein Vater. Leider ist er im September 2002 viel zu früh von uns gegangen, und damit wurde mein Leben auf den Kopf gestellt.

 

Was hören/lesen Sie gerade?

Ich war noch nie wirklich eine Leseratte. Jedoch habe ich duch das Erlernen der Punktschrift und nun auch das Erlernen der Kurzschrift angefangen verschiedene Fantasybücher zu lesen. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war "Die Orks" von Stan Nicolls.

 

Möchten Sie uns von neuen Erfahrungen erzählen, die Sie bei uns gemacht haben?

Durch die blindentechnische Grundreha habe ich nach meiner Erblindung neuen Mut gefunden und neue Perspektiven erlangt. Ich hätte mir vor zwei Jahren nicht vorstellen können jemals in einem Verwaltungsjob zu arbeiten.

Darüber hinaus habe ich im Bfw viele nette Menschen kennen gelernt und neue Freunde gefunden.

 

Was mögen Sie besonders an sich und gibt es etwas, was Sie gar nicht an sich mögen?

Diese Frage finde ich schwierig zu beantworten. Über seine eigenen Charaktereigenschaften zu sprechen, finde ich immer eine Herausforderung. Was ich an mir selbst auf jeden Fall mag, ist, dass ich ein empathischer Mensch bin und mich gut in andere Menschen hinein versetzen kann. Leider habe ich dadurch auch oftmals ein Problem damit, mich gut genug abzugrenzen und auf mich selbst und meine eigenen Bedürfnisse zu achten.

 

Gibt es wiederkehrende Gewohnheiten in Ihrem Leben? Wenn ja, welche?

Auch hier kann ich nur von meiner Morgenroutine berichten. Diese Routine wiederholt sich jeden Morgen, und wenn ich mal einen Tag meinen "Guten-Morgen-Kaffee" nicht bekommen kann, beginnt der Tag für mich schon schleppend.

Darüber hinaus genieße ich die ausgiebigen Spaziergänge und Spielrunden mit Jenny im Wald oder auf dem Feld nach Feierabend. Dabei kann ich abschalten und die Anspannung des Arbeitsalltags hinter mir lassen.

 

Haben Sie ein Lebensmotto?

Uff, eigentlich nicht, aber wenn ich jetzt eins nennen müsste, dann wäre es sowas wie "Hakuna Matata" oder "Wenn das Leben dir Zitronen gibt, frag nach Salz und Tequila!". Ich habe durch meine Erblindung gelernt mich nicht unterkriegen zu lassen und immer wieder aufzustehen.

 

Was bringt Sie zum Lachen?

Diese Frage kurz zu beantworten ist quasi unmöglich. Worüber ich auf jeden Fall immer lachen kann, ist, wenn Jenny mal wieder ihre "5 Minuten" hat und albern wird. Sie bekommt dann plötzlich ganz lustige Ideen, über die ich mich köstlich amüsieren kann.

Darüber hinaus kann ich aber auch über einen guten Witz herzhaft lachen, habe den schwarzen Gürtel im Sarkasmus erlangt und spreche fließend ironisch. 

 

Welche Superkräfte hätten Sie gerne?

Wenn ich die Möglichkeit einer Superkraft bekommen könnte, wäre es entweder fliegen oder Teleportation. Dies mit der Begründung, dass man einfach wieder mobiler wäre und viele Sachen einfacher erreichen könnte. Darüber hinaus wäre es unglaublich praktisch, da ich morgens einfach länger im Bett liegen bleiben könnte!

 

Was möchten Sie unbedingt noch in Ihrem Leben tun?

Ich weiß zwar nicht, ob dies eine richtige Antwort auf die Frage ist, aber ich möchte meinen Lebenstraum verwirklichen. Ich habe von meinen Eltern ein Familienleben erfahren und bin dadurch eben auch als totaler Familienmensch aufgewachsen. Daher ist mein  Lebenstraum schon immer das Klischee von Haus, Frau und Kindern gewesen. Daher möchte ich mir meinen Lebenstraum irgendwann erfüllen und ein Haus nach meinen Vorstellungen bauen.

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Für mich selbst und die Menschen um mich wünsche ich mir Gesundheit und Zufriedenheit. Für meine Ausbildung wünsche ich mir natürlich einen erfolgreichen Abschluss und gute Ergebnisse in den Prüfungen. Darüber hinaus auch einfach noch eine schöne Zeit mit netten Menschen im BFW.