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Traumjob - Betreuungsassistenz

Porträtfoto von Frau Lanz, sie hat schulterlanges schwarzes Haar und trägt roten Lippenstift

Als Lisa Lanz das Berufsförderungswerk Düren im Januar 2012 verließ, wusste sie noch nicht, was das Leben ihr noch alles bereithält.

Lisa Lanz ist gelernte Damenschneiderin, direkt nach ihrer Ausbildung zog es sie ins Ausland, sie lebte fünf Jahre in Italien und übernahm dort verschiedene Jobs als Dolmetscherin und als kaufmännische Angestellte. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland machte sie sich 2002 mit ihrer eigenen Maßschneiderei selbständig. Acht Jahre ihres Lebens investierte sie in ihr kleines Unternehmen, bis sie im Jahre 2010 aufgrund einer Sehverschlechterung die Schneiderei aufgeben musste.

Mit Unterstützung der Deutschen Rentenversicherung Bund absolvierte die damals 48-jährige Schneiderin eine Integrationsmaßnahme zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben. Sie erlernte grundlegende Kompetenzen wie zum Beispiel den Umgang mit dem Windows Office-Paket, sie vertiefte ihre Englischkenntnisse aber allem voran lernte sie, mit der Seheinschränkung umzugehen und damit zu leben. Sie lernte während dieser Zeit Gleichgesinnte kennen und weiß seither, wie sie sich mit ihrem verbliebenen Sehvermögen zurechtfindet. Am PC arbeitet Lisa Lanz mit einer Vergrößerungssoftware, für Gedrucktes nutzt sie ein Bildschirmlesegerät.

Mit neuem Lebensmut begann sie im Anschluss an die Integrationsmaßnahme eine Anstellung als Büroassistenz in einem Umzugsunternehmen und merkte schnell, dass sie doch viel lieber mit Menschen zusammen arbeiten möchte, zum Beispiel als Betreuungsassistenz. „Doch einen Herzenswunsch, den wollte ich mir vorher noch erfüllen“ sagt sie strahlend „und ich ging für zwei Monate nach Kalkutta, um dort im Mutter Theresa Haus Gutes zu tun.“ Auf eigene Faust recherchiert sie die Reisedaten, Adressen und Kontaktpersonen und schlussendlich machte sie sich auf den Weg. Eine Zeit, die sie nicht missen möchte - zumal sie in Indien die Liebe ihres Lebens kennenlernte.

Zurück in Deutschland kämpfte sie sich durch und absolvierte die Ausbildung zur Betreuungsassistenz. Während der Ausbildung fand sie ihren jetzigen Arbeitgeber, wo sie nun seit gut drei Jahren beschäftigt ist. „Die Umschulung zur Betreuungsassistenz war für mich genau das Richtige, trotz meiner Seheinschränkung komme ich gut zurecht und die Arbeit mit älteren Menschen macht einfach nur Spaß.“  

Angesichts der verschiedenen Stationen, die Lisa Lanz durchlaufen hat, ist es ihre positive Ausstrahlung, die einen im Gespräch mit ihr so verzaubert. Jede Erfahrung sieht sie als Geschenk und möchte auch andere Menschen ermutigen, bei der Suche nach ihrem Traumjob nicht zu verzagen.

Manchmal dauert es nur etwas länger!