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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Blickpunkt Auge - gemeinsam weiter sehen

Gruppenfoto mit Teilnehmern des Blickpunkt-Auge-Seminars, teilweise mit Blindenführhund oder Langstock

Die Initiative Blickpunkt Auge des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. (DBSV) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene mit Sehbeeinträchtigung zur kollegialen Beratung zu befähigen. Darunter versteht man ein niederschwelliges Beratungskonzept von Betroffenen für Betroffene zu Themen wie grundlegende Fragen zu Augenerkrankungen, Sehhilfen, Hilfsmittel, rechtliche Ansprüche, Schulungen und vieles mehr.

Doch um Teil dieses überregionalen Beratungsnetzwerkes zu werden, reicht es natürlich nicht aus, dass man gelernt hat, mit seiner Sehbeeinträchtigung sein Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Vielmehr ist ein angemessener und sachstandsgerechter Wissensfundus von Nöten, um eine zielgerichtete und individuelle Beratung überhaupt erst zu ermöglichen.

Eine gemeinsame Kooperation mit dem BFW Düren, einem der drei führenden Berufsförderungswerke in Deutschland für das Fachgebiet der Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter ins Berufsleben, lag da sehr nahe. Durch eine solche Symbiose von fachkundigen Spezialisten, dem direkten Zugriff auf Material und interdisziplinären Kompetenzen sowie den engagierten ehrenamtlichen Betroffenen, können alle Seiten gewinnbringend profitieren. Dies wurde umso mehr dadurch unterstrichen, dass ein Großteil der ehrenamtlichen Beratenden i.A. bereits ehemalige Teilnehmende des BFW Düren waren. Aus erster Hand die Situation zu kennen, wie es ist, als Teilnehmende eine Maßnahme für sehbehinderte Menschen zu durchlaufen, hilft dabei enorm bei der Beratung auf Augenhöhe und fördert einen empathischen Zugang zum jeweiligen Ratsuchenden.

Nachdem die gemeinsamen Kompetenzen auf die Bedarfe der neuen Beratenden für die Blickpunkt Auge Initiative ausgerichtet wurden, konnte diesen März das erste Schulungsmodul im BFW Düren besucht werden. Neben den üblichen Notwendigkeiten, die das Grundgerüst jeder Form der Schulung ausmachen (wie die Theorie zu sozialrechtlichen Aspekten oder der unterschiedlichen Hilfsmitteloptionen im Low-Vision-Bereich), gab es natürlich auch ausreichend Platz für Diskussionen.

Anhand der letzten „State of the Art“ Hilfsmittel, welche den neuen Beratenden vorgestellt wurden, ergaben sich interessante und hochindividuelle Fragestellungen, die im offenen Rahmen besprochen wurden. So konnten die Teilnehmenden nicht nur die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband zur Verfügung gestellten Give Aways mit nach Hause nehmen, sondern auch umfangreiche Kenntnisse zu neuen und leicht umzusetzenden Hilfstechniken, bis hin zur Nutzung der eigenen Geräte im Haushalt, wie dem Smartphone im supportiven Kontext der eigenen Sehbehinderung.

Wir vom BFW Düren haben uns sehr über den regen Austausch, das enorme Interesse an der dargebotenen Materie und die offene Art der Teilnehmenden gefreut. Gerne sehen wir uns alle beim nächsten Schulungstermin im BFW wieder, wenn wir uns darum kümmern, gemeinsam weiter zu sehen.