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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

ERASMUS - Pilotkurs

Gruppenfoto der Seminarteilnehmer
Teilnehmer und Ausbilder des Pilotkurses am Kursende

Für die Mitarbeiterinnen des BFW Düren, Susanne Beckenkamp und Brigitte Koerfer, ist die Teilnahme an Seminaren an sich nichts Ungewöhnliches. Der Kurs, an dem sie vom 12. bis 16. März teilnahmen, war aber selbst für diese beiden etwas Besonderes. Die Schulung fand in der ca. 1800 km entfernten Stadt Plovdiv in Bulgarien statt. Doch nicht nur der Veranstaltungsort war ungewöhnlich, sondern auch die Zusammensetzung der Teilnehmer: Insgesamt 14 Teilnehmer aus sieben Ländern besuchten den „Einführungskurs für Fachkräfte in Bildungseinrichtungen für Menschen mit Seheinschränkung“.

 

Dieser Kurs ist das Ergebnis eines Projektes, das von der EU im Rahmen des ERASMUS+ Programmes gefördert wird. Sieben Bildungseinrichtungen für Menschen mit Seheinschränkungen kooperieren, um einen Einführungskurs für neue Mitarbeiter zu entwickeln, der sie auf die sozialen und methodischen Besonderheiten im Umgang mit ihrer Zielgruppe vorbereitet. Die Lerninhalte umfassen dabei verschiedene Themen, die im angemessenen Umgang mit sehbehinderten und blinden Menschen unabdingbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Kommunikations- und Erklärungstechniken, Grundlagen des Mobilitätstrainings und der Umgang mit älteren Menschen mit Seheinschränkung.

 

Hintergrund des Projektes ist die Erkenntnis, dass die Anforderungen an neue Kollegen in jedem der Partnerländer ähnlich sind, sich die Durchführung der Ausbildung jedoch sehr zeit- und personalintensiv gestaltet. Somit war die Idee geboren, einen modularen Kurs gemeinsam zu entwickeln. Es wurden verschiedene Arbeitsgruppen nach den jeweiligen Expertisen der Partnerorganisationen gebildet, so dass Lerninhalte nach dem Prinzip des „Best Practice“ entwickelt werden konnten. Ziel der Projektpartner war es auch, einen qualitativ hochwertigen Kurs zu entwickeln, dessen Lerninhalte teilweise durch Selbststudium und die erforderlichen Praxiselemente in einer Präsenzphase erlernt werden. Diese „Virtuelle Akademie“ bildete die Grundlage für die Präsenzphase, an der Brigitte Körfer und Susanne Beckenkamp im März mit zwölf ihrer europäischen Kollegen teilnahmen.

 

„Ich war begeistert, welch umfangreiches Wissen so anschaulich aufbereitet und multimedial über Filme, Bilder und Tests dargeboten sowie über gute Tests abschließend abgefragt und überprüft wird. Die Plattform bietet die Chance, internationale Erfahrungswerte, Ideen und Wissen zusammen zu tragen,“ so Brigitte Koerfer am Ende des Kurses. Ebenso positiv äußerte sich ihre Kollegin Susanne Beckenkamp:

„Die Lernmedien waren sehr, sehr gut. Leicht verständlich, kurzweilig, anschaulich. Bei meiner eigenen Einarbeitung hätte mir ein solches Medium sehr geholfen, zumal man es in freier Zeiteinteilung von überall bedienen kann. Begleitung durch Lehrkräfte, virtuelle Klassenräume und Chatrooms ermöglichen zudem einen Erfahrungsaustausch, der gerade für neue Mitarbeiter sehr motivierend sein kann. Man findet Kollegen, Peers, Verständnis und neue Kontakte für das kommende Berufsleben.“

 

Zertifiziert wurde die Teilnahme mit dem „EUROPASS Mobilität“ der EU. Dies ist ein Instrument, das Bildungsmaßnahmen im Ausland einheitlich dokumentieren soll. Hierüber können interessierte Fachkräfte auch Stipendien für die Reisekosten und die Kursteilnahme beantragen.

 

Die Projektpartner sehen vor, diesen Kurs weiter zu entwickeln und die Präsenzphasen im Wechsel durchzuführen.

 

Brigitte Koerfer in der Praxisübung zum Mobilitätstraining in der Innenstadt Plovdivs

Brigitte Koerfer (vorne links) und Susanne Beckenkamp (vorne rechts) in einer Arbeitsgruppe mit Kollegen aus Island

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