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Ein Schlaganfall kommt immer schlagartig

Ein Mann gießt Orangensaft mit Hilfe eines Füllstandsanzeigers in ein Glas

Ernst Weiss aus Köln hatte bis zu dem Tage, an dem es im Jahre 2014 geschah, ein sehr selbstbestimmtes und ausgefülltes Leben.

`Ich habe viel Sport gemacht: 3 mal pro Woche ins Fitnessstudio, Tennis und Skilaufen. Außerdem war ich leidenschaftlicher Autofahrer, habe gemalt, gekocht, Urlaube geplant und organisiert und vieles mehr.´

 

Dann kam der Tag, an dem sich von einer Sekunde auf die andere mein Leben – und auch das meiner Frau – komplett änderte.“

Nach einer langen Zeit auf der Intensivstation mit anschließender  neurologischen REHA wurde Herr Weiss so weit wiederhergestellt, dass er zumindest wieder laufen konnte.

 

„Das Schlimmste war für mich und meine Angehörigen jedoch das „Nicht-mehr-sehen- können“. Ich sehe seitdem alles milchig trüb, unscharf und besitze auch nur ein begrenztes Gesichtsfeld. Für jemanden, der viel und gerne gelesen hat, war das die größte Katastrophe. Die anfängliche Hoffnung, dass das Autofahren irgendwann wieder möglich werden könnte, zerschlug sich schnell.“

 

Fast 3 Jahre hat Herr Weiss dann gebraucht, um andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Seine Hausärztin hatte immer wieder versucht, ihn dahingehend zu animieren. Durch seinen Masseur, der selbst sehbeeinträchtigt ist, und durch enge Freunde aus Düren erfuhr er vom dortigen BFW.

Am 1. September 2017 hatte Herr W. den ersten Termin im BFW Düren.

„Die dortige Orthoptistin, Frau Hildebrand, vermittelte mir den ersten Eindruck, was alles mit Licht und Vergrößerung noch zu machen ist und ich bekam eine erste kurze Einweisung in die Möglichkeiten eines Tablet PCs. Dennoch war ich noch skeptisch, was den Gebrauch eines Blindenlangstocks und anderer Hilfsmittel betraf.“

Herr W. beschloss dann trotzdem, sich für einen einwöchigen Intensivkurs im BFW anzumelden. Dieser setzte sich zusammen aus 16 Einheiten Medizinisches Basistraining (Erlangung Lebenspraktischer Fähigkeiten) und 16 Einheiten Schulung in Orientierung und Mobilität mit dem Blindenlangstock.

„Entgegen meiner anfänglichen Skepsis war ich vom ersten Moment an begeistert. Ich habe viele Hilfen, Tipps und Hilfsmittel durch Frau Scheffler (LPF-Lehrerin) bekommen. Diese haben mein alltägliches Leben nicht nur erleichtert, sondern vieles erst wieder möglich gemacht.

Durch die Mobilitätsschulung mit dem Blindenlangstock bei Frau Berger, war ich nach Jahren wieder in der Lage, alleine und nicht an der Hand meiner Frau zu laufen. Das ist schon ein tolles Gefühl, ein Stück Selbstständigkeit zurückzuerhalten.“

 

Das Medizinische Basistraining kann im BFW Düren auch mit Übernachtung und Vollverpflegung durchgeführt werden. Die Kosten für das Training und die Schulung in Orientierung und Mobilität können privat, aber auch von der gesetzlichen Krankenkasse mit Rezept und Antrag übernommen werden.

 

Herr Weiss über seine Erfahrungen: „Meine Frau und ich haben eine  intensive und lehrreiche – wenn auch sehr anstrengende – Woche im BFW Düren erlebt und wir sind immer noch überaus dankbar für die sehr freundliche und herzliche Atmosphäre in dieser Einrichtung.“ 

 

Informationen zum medizinischen Basistrainging erhalten Sie hier.

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