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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

'Blind-Edition' - Wunderbare Facetten einer barrierefreien Kommunikation

Mitglieder der Band

Stell dir vor Du befindest Dich in einem Raum voll mit fremden Menschen. Die ersten Takte beginnen und in Sekunden wird aus Fremden eine Gemeinschaft - das und vieles mehr kann nur die Musik!

 

Diese Erfahrung haben auch die Bandmitglieder von „Blind Edition“ gemacht. Diese Band ist wesentlich mehr als nur ein Freizeitangebot des BFW Düren!

„Die Band wurde 2013 von Herrn Marc Schmitz ins Leben gerufen, der teilweise im BFW Düren arbeitete und dann die Freizeitaktivität „Musik selbstgemacht“ installiert hat“ – so erzählt Peter Gorski-Derichs. Durch die Fluktuation der Rehabilitanden war es schwierig, diese Aktivität weiterzuführen. „Im März 2016 haben Frau Bartkowski, und die Herren Bonenkamp, Fuchs, Ridder, Schaube, Schmitz und ich die Band wieder ins Leben gerufen.  Der Anlass war das Sommerfest 2016 und es war ein Riesenerfolg!“ schwärmt der 53-jährige.

Blinde Menschen und „normal sehende“ Menschen - Mitarbeiter und Rehabilitanden - machen in ihrer Freizeit gemeinsam Musik. In vielen Bands läuft ein großer Bestandteil der Kommunikation über eine visuelle Verständigung im Rahmen von Blickkontakten oder Gesten ab. Wenn jedoch Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit vorliegen,  erfordert dies eine besondere Form der Aufmerksamkeit, Konzentration und Rücksichtnahme aller Beteiligten aufeinander. Sie lernen dabei voneinander und nehmen Rücksicht auf die jeweilige individuelle Belastbarkeit.

Die Motivation, ein Teil der Band zu werden, ist unterschiedlich. Von der Freude an der Musik bis Stressabbau ist alles dabei, wie die Stimmen der Bandmitglieder belegen:

 

Andreas Bonenkamp: "Musik war mir in ungewissen Zeiten immer eine Stütze und hat mir geholfen, den Geist zu beruhigen. Zu Anfang waren selbstverständlich alle sehr aufgeregt vor anderen Menschen zu spielen und auch heute zittern mir noch vor jedem Auftritt die Hände. Aber wenn Du genau das überwindest, die Menschen erreichst und gemeinsam unterhalten kannst, dann macht das extrem viel Spaß und motiviert uns weiterzumachen. Durch dieses Projekt habe ich nicht nur musikalisch extrem dazugelernt, sondern auch „echte“ Gleichstellung von sehbeeinträchtigen und blinden Menschen erlebt. Es sind Freundschaften entstanden die über das BFW hinaus bestehen bleiben." 

 

Ralf Schneider: "Ich bin schon seit meinem 11. Lebensjahr Gitarrist. Als ich zur Eignungsabklärung ins BFW kam, erfuhr ich von der Band und beteiligte mich als Gittarist an den Bandproben. Während der späteren Grundreha entschied ich mich für ein neues Instrument, den E-Bass, da schon 3 Gitarristen in der Band spielten. Es ist für mich wichtig Musik zu machen, sie dient mir als Stressabbau. Und die gemeinsamen Stücke, die wir einstudieren, erfüllen mich mit Freude. Es ist mir einfach wichtig dabei zu sein!"

 

Brigitte Körfer: „Beim Auftritt spielten wir 3 Songs und es machte großen Spaß mit dieser netten Truppe! Singen empfinde ich als sehr wohltuend und das gemeinsame Musikmachen ist für mich etwas Wunderbares: Wir lernen voneinander und lachen vor allem viel! Ich finde es klasse, dass das BFW den Proberaum eingerichtet hat und die Instrumente stellt – Vielen Dank dafür!“

 

Eines hat sich eindeutig herausgestellt: mit Musik bringt man Menschen zusammen und bei „Blind Edition“ ist die Zusammengehörigkeit aller beteiligten Rehabilitanden und Mitarbeiter deutlich zu spüren.

 

Mittlerweile ist Blind Edition eine feste Institution im BFW Düren und sorgt bei internen Veranstaltungen des BFW Düren für eine lockere Atmosphäre.

Neue Mitglieder werden für die Band immer gesucht - alle Instrumentenrichtungen und Sänger sind herzlich willkommen! Wer als Rehabilitand oder Mitarbeiter Interesse hat, kann sich bei der Teilnehmerinformation melden.
 

Collage mit Fotos von Auftritten den Band
Certqua Siegel