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Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

EDV-Schulung

Ein Mann steht mit Blindenstock vor einem Schild mit der Aufschrift

Eine EDV-Schulung, die blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen die weitere Berufstätigkeit ermöglicht

Das BFW Düren bietet berufstätigen Menschen, die wegen ihrer Augenerkrankung eine Arbeitstechnik auf der Basis der Blindenschrift benötigen, eine intensive dreimonatige arbeitsplatzbezogene Computerbraille- und EDV-Kleingruppenschulung an. Sie ist vor allem für bürobezogene Berufe geeignet und soll dazu befähigen, einen blindengerecht eingerichteten PC-Arbeitsplatz problemlos bedienen, um das Arbeitsverhältnis aufrechterhalten zu können. Ein ehemaliger Teilnehmer berichtet:

Retinitis Pigmentosa, eine fortschreitende und möglicherweise bis zur vollständigen Erblindung führende Augenerkrankung, so lautete im Alter von 41 Jahren die Diagnose meines Augenarztes.

Über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren wurde der stetig zunehmende Sehverlust am Arbeitsplatz rein durch vergrößernde Hilfsmittel und die Invertierung der Bildschirmdarstellung auf dem PC ausgeglichen. Dieser Lösungsansatz war nicht nachhaltig und führte bei mir mit zunehmender Sehverschlechterung insbesondere zu psychischen Belastungen, die in einer tiefen Krise mündeten, und die therapeutisch behandelt werden mussten. Eine ambulante Psychotherapie öffnete mir den Blick für neue Wege.

Im Alter von mittlerweile 51 Jahren besuchte ich die SightCity in Frankfurt. Dort kam ich in Kontakt mit dem BFW Düren und hörte von den Angeboten für späterblindende Menschen. Nach einem Beratungsgespräch vor Ort in Düren und der Besichtigung der Schulungsumgebung entschloss ich mich an einer dreimonatigen blindenspezifischen EDV-Kleingruppenschulung teilzunehmen und den Wechsel zu einer blinden Arbeitsweise zu wagen.

Das Erlernen der Blindenschrift war zunächst meine größte Sorge, denn ich war doch nun schon fast 52 Jahre alt. Schnell konnte ich aber feststellen, dass sich mein Lernfortschritt viel besser gestaltete als erwartet. Neben der Blindenschrift eröffnete die Sprachausgabe des Screenreaders einen weiteren Zugang zum PC. So erwies sich der blinde Umgang mit dem Computer ebenfalls einfacher als erwartet. Erstmals stand mir mit der Kombination aus Sprachausgabe und Blindenschrift, also einer blinden Arbeitstechnik, am Arbeitsplatz eine dauerhafte und nachhaltige Lösung zum Ausgleich meiner fortschreitenden Erblindung zur Verfügung. Der dreimonatige Internatsaufenthalt im BFW Düren unterbrochen von zumindest vierzehntägigen Familienwochenenden, erleichterte mir die Konzentration auf die Herausforderungen.

Heute bin ich fast 56 Jahre alt. Seit rund 25 Jahren arbeite ich, unterbrochen von der Krisenbewältigung inkl. der blindenspezifischen Grundausbildung, in einer technischen Abteilung einer Kreisverwaltung als Bauingenieur. Mit der blindentechnischen Grundausbildung, die bereits 3 Jahre zurückliegt, habe ich meine Arbeitsfähigkeit wiederherstellen können. An meinem Arbeitsplatz habe ich wieder eine langfristige Perspektive.

Mit meinen Erfahrungen bringe ich mich beratend in der Sehbehindertenselbsthilfe ein. Bei Fragen stehe ich daher gerne zur Verfügung. Meine Kontaktdaten können über das BFW Düren erfragt werden.

 

Meine Kontaktdaten, die bei Anfragen weitergegeben werden dürfen:

Andreas Stephan

Fon: 02738 4380

Mail: a.st621@gmx.net

 

 

 

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