Telefon 02421 598-100
E-Mail info@bfw-dueren.de
Flagge Großbritannen
Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Das Erfolgsmodell Landes-Qualifizierungsmaßnahme (LQ) geht ins 21. Jahr

Portraitfoto Herr Pütz

Interview mit Heinz Pütz, ehemaliger Vorsitzender der AGSV NRW (Arbeitsgemeinschaft der Hauptschwerbehindertenvertretungen und Schwerbehindertenvertretungen der obersten Landesbehörden NRW)

Wolfram Siebert: Guten Tag Herr Pütz, Sie waren von der ersten Sekunde mit dabei. Wie ist die LQ eigentlich entstanden?

Heinz Pütz: Eigentlich aus der Not heraus. Damals, vor 21 Jahren erfüllte das Land NRW die 6% Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen nicht. Die damalige Landesregierung und die AGSV beschlossen daher, dieser Tatsache entgegen zu wirken und entwickelten daher  in Zusammenarbeit mit den Berufsförderungswerken in Oberhausen und Düren die Landesqualifizierungsmaßnahme. Schon damals sollten so maximal 16 Stellen zusätzlich mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden. Das BFW Düren bildete dabei sehbeeinträchtigte Menschen aus (keine Vollblinden), das BFW Oberhausen Menschen mit anderen Beeinträchtigungen.

Siebert: Wo wurden die Teilnehmer der Maßnahme danach integriert?

Pütz: In den ersten 10 Jahren alle im Bereich des Innenministeriums. Nach 10 Jahren wurde das aber geändert, da das Innenministerium alleine auch auf Grund von Sparzwängen nicht mehr alle Teilnehmer aufnehmen konnte.  Daraufhin gab es einen neuen Kabinettsbeschluss, der die Verteilung auf alle Ressorts der Landesverwaltung festlegte. Damals übrigens unter der Federführung des damaligen Arbeitsministers Laumann, der aktuell im der neuen Landesregierung wieder die gleiche Funktion hat.

Siebert: Wie ging es dann weiter?

Pütz: Bis heute hat dieser Kabinettsbeschluss Gültigkeit. Ungefähr 2010 wurde die Maßnahme auch für vollblinde Menschen geöffnet, was dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz und dem Behindertengleichstellungsgesetz zu verdanken war. Seitdem nehmen auch vollblinde Teilnehmer erfolgreich an der LQ teil.

Siebert: Gibt es aktuell etwas Neues?

Pütz: Die neue Landesregierung hat in der Koalitionsvereinbarung festgelegt, dass 5% der neu zu besetzenden Stellen durch Menschen mit Behinderung besetzt werden sollen. Darauf wird auch mein Nachfolger Herr Günther Uhlworm sicherlich achten.

Siebert: Die LQ - eigentlich ein nachahmungswürdiges Modell - was haben andere Bundesländer gemacht?

Pütz: Leider ist es nirgendwo gelungen etwas Ähnliches zu etablieren. Aber meine Kollegen in den anderen Bundesländern werden da nicht aufgeben.

Siebert: Und Sie? Behalten Sie die LQ im Auge?

Pütz: Selbstverständlich. Vor allem auch dadurch, dass ich als Dozent mit einigen Stunden in Düren in den Fächern Personalvertretungsrecht und Schwerbehindertenrecht hoffentlich noch ein paar Jahre unterrichten kann.

Siebert: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute, vor allem Gesundheit.

Certqua Siegel