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Berufsförderungswerk Düren

Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

Presse

Hier finden Sie aktuelle Presseartikel der BfW Düren:

Düren. Loslassen. Mit diesem Wort lässt sich die erste Lektion im Training dieser Fußballmannschaft wohl am treffendsten beschreiben. Schließlich ist es nicht leicht, sich in die Weiten des Raums fallen zu lassen, das Spielfeld zielsicher und selbstbewusst mit flotten Tempo zu überqueren - ohne Taststock, ohne Blindenhund, zunächst nur mit rudimentärer Orientierung. „Ja, anfänglich ist es eher ein Herumtappen”, sagt Michael Wahl, Trainer der „Rur Soccers Düren”. „Doch das ändert sich schnell!” 20 mal 40 Meter sind viel freie Fläche für vier Feldspieler und zwei Torhüter. Freie Fläche, die erarbeitet werden will. Freie Fläche, die darauf wartet, erobert zu werden.

Der Trainer ist Nationalspieler. Eine Herausforderung, sicher. Dass sie gemeistert werden kann, zeigt Michael Wahl. Leichtfüßig flitzt er über das Feld, dribbelt um seine Spieler herum. Der Kölner ist Nationalspieler in der Deutschen Blindenmannschaft und trainiert seit Mai das von Berufsförderungswerk und Louis-Braille- Schule gegründete Dürener Team. Gespielt wird auf einem Handballfeld. „Die Torhüter sind Sehende”, erklärt Michael Wahl, die jeweils zwei Feldspieler werden von einem sogenannten Guide, einer Art Lotse, oder vom Trainer von der Mittellinie aus geführt. Ein weiterer Guide steht hinter dem gegnerischen Tor - und gibt jeweils Entfernung und die beste Torschussposition durch. Der Ball macht selbst auf sich aufmerksam: Er ist eine Art mit Leder ummantelte Rassel. Kleiner als ein Fußball, viel schwerer. Banden grenzen das Geschehen räumlich ein. Während bei den Zuschauern mit Ausnahme des Torjubels vor allem Stille zu herrschen hat, dominiert eine rege Geräuschkulisse das Spielfeld: Der Ball rasselt, die Spieler geben ihre Position durch den Ruf „Voy!” („Ich komme!”) bekannt und die Torwarte weisen per Stimme die Verteidiger auf ihre Positionen. „Die Kunst ist es, den Durchblick zu behalten”, sagt Michael Wahl. Wie das „Ping” eines Sonars lassen die akustischen Signale der Spieler eine Art taktische Karte in ihren Köpfen entstehen. Klappt das in Sekundenbruchteilen, gilt die freie Fläche des Spielfelds als erobert. Dann stehen taktische Winkelzüge auf dem Lehrplan. So weit ist das Dürener Team, das gerne noch blinde und sehende Mitspieler aufnimmt (siehe Infokasten), noch nicht. Der Nationalspieler und seine Schützlinge arbeiten derzeit an der Orientierung, feilen an der Schusstechnik, üben das Dribbeln. Oft führt Michael Wahl dabei Fuß und Ball bei jedem einzelnen Spieler mit den Händen zusammen. Er vermittelt nicht nur Wissen: Seine Mannschaft soll lernen, wie sich Fußball wirklich anfühlt - jede Facette des Spiels muss ertastet, ausprobiert, verinnerlicht werden. Damit die Spieler loslassen können - ohne nachzudenken, ohne zu zögern. Seit den 60er Jahren hat sich Blindenfußball besonders in Südamerika etabliert. Zögerlicher war die Entwicklung in Deutschland, wo die Paralympische Sportart noch in den Kinderschuhen steckt. Eine Bundesliga gibt es seit zwei Jahren. Doch das Interesse wächst rasant. „Lange Zeit diente der Blindensport vor allem dazu, dass die Menschen fit bleiben und nicht einrosten”, sagt Dr. Hans-Joachim Zeißig, Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes (Bfw). Er will das Sportangebot für blinde Menschen stark ausbauen. „Es geht wie bei Sehenden selbstverständlich um Teamgeist, Selbstwertgefühl und Selbstverwicklung”, findet Zeißig. Eine Einschätzung, die die Spieler der noch jungen Mannschaft teilen. „Wir wollen als ganz normale Menschen behandelt werden”, sagt beispielsweise Masoud Shahabnia. Der 32-Jährige möchte nicht jeden Tag seines Lebens Mitleidsbekunden in Empfang nehmen. Er wünscht sich nur eines: Respekt. Im Leben, im Alltag, auf dem Spielfeld. „Düren als Hochburg für blinde und sehbehinderte Menschen soll auch zu einem Leistungszentrum für den Paralympischen Sport werden”, sagt Hans-Joachim Zeißig. Die Fußballmannschaft und weitere Angebote sollen alle Menschen in der Region ansprechen. Und wie geht es bei den Kickern der Rur Soccer weiter? „2011 sind wir Deutscher Meister", sagt Zeißig. Von dieser Vision möchte er nicht loslassen.


Braille-Tafeln für Kambodscha

Helfen kann so einfach sein vor allem in armen Ländern, wo es am Nötigsten fehlt. Diese Erfahrung stand am Anfang eines Hilfsprojekts für blinde Kinder in Kambodscha.

Als Dieter Micheel im Juli 2007 im Flugzeug nach Kambodscha saß, hatte er eigentlich nichts weiter geplant als eine außergewöhnliche Urlaubsreise. Der Mitarbeiter des Sozialdienstes im Berufsförderungswerk Düren wollte die Tempelanlage Angkor Wat im kambodschanischen Urwald besuchen. Aber irgendwie kam alles anders. Ich habe Mom und ihren blinden Ehemann Savuth kennen gelernt, erinnert er sich. Savuth wünschte sich sehnlichst einen Computer, um trotz seiner Blindheit einen qualifizierten Job zu bekommen und genug Geld für seine Familie zu verdienen. Micheel war von Savuths Schicksal gerührt. Zurück in Deutschland sammelte er Spenden bei Kollegen, Freunden und Bekannten. Savuth bekam seinen Computer und kann demnächst tatsächlich in einer Verwaltung anfangen.
Doch Dieter Micheel wollte noch mehr tun und nahm Kontakt auf zu einer Blindenschule in Siem Reap. Es gibt viele blinde Kinder in Kambodscha, erklärt er, weil die hygienischen Verhältnisse sehr schlecht sind und die Menschen nicht selten durch Infektionen erblinden. Die Blindenschule, die er nun unterstützt, muss sich allein aus Spenden finanzieren. Da helfen schon ganz einfache Dinge. Wir können mit Spenden, aber auch mit Blindenhilfsmitteln helfen, die wir beim BFW ausgemustert haben, so der Initiator. Gemeinsam mit Kollegen und Freunden wurde für ein Jahr das Gehalt eines Blindenlehrers finanziert, außerdem ein kleiner Zuschuss für das tägliche Essen der Kinder. Die Spendensammler arbeiten inzwischen eng mit dem Verein Thüringisch-Kambodschanische Gesellschaft zusammen, der schon seit vielen Jahren in Kambodscha hilft. Von Erfurt aus starten regelmäßig Hilfstransporte, die nun auch Dürener Spenden kostenlos mitnehmen.
So haben die Kinder in der Blindenschule alle eine Braille-Tafel zum Erlernen der Blindenschrift bekommen, einige Lupen und ein Klingelball waren auch dabei. Dieter Micheel: Die Freude der Menschen ist unglaublich groß. Der Erfolg war Anlass genug, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. So spendeten das Berufsförderungswerk und einige Privatleute eine Reihe von Blinden-Bogenmaschinen, so dass die Kinder nun viel besser am Unterricht der normalen Schule teilnehmen können. Der Direktor der Blindenschule in Siem Reap möchte seine Kinder vor einem Bettlerdasein bewahren. Stattdessen sollen sie Fertigkeiten erlernen, die ihnen später eigene Einkommensmöglichkeiten sichern, zum Beispiel wie man Gemüse anbaut und die Produkte vermarktet. Die Schule konnte inzwischen eine Hühnerfarm aufbauen, mit deren Erlösen sie sich zum teil selbst finanziert. Die notwendigen 2.100 US-Dollar für diese Hilfe zur Selbsthilfe waren durch eine weitere Aktion zusammengekommen. Und auch das nächste Projekt, die Installation einer sanitären Anlage, ist in den Köpfen schon fast fertig. Doch dafür muss erst wieder fleißig gesammelt werden.
Kontakt: Dieter Micheel, Tel.: 02421/598118, E-Mail: micheel@bfw-dueren.de

Sandra Kinkel


Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft

35 Jahre Kooperation zwischen BFW Düren und Finanzminister NRW

„Die Beschäftigung blinder und sehbehinderter Menschen im Bereich des Finanzministers NRW ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 35 Jahren gelingt es, Menschen dort zu integrieren. So arbeiten in den 144 Dienststellen insgesamt 120 Arbeitnehmer mit einer Sehbehinderung”, erklärte Heinz Pütz, Hauptvertrauensperson der Schwerbehinderten im Geschäftsbereich des Finanzministers NRW bei einem Besuch der Mitglieder der Hauptschwerbehindertenvertretung im Berufsförderungswerk Düren. Sein großes Ziel ist es, dass zukünftig auch andere NRW-Ministerien in diese außergewöhnliche Integrationsmaßnahme einbezogen werden können.

Dass die Erfolgsgeschichte geschrieben werden konnte, liegt nicht unwesentlich an einem Erlass aus dem Jahre 1984. Damals wurde festgelegt, dass im Bereich Büroservice, zu dem auch die Fernsprechvermittlung gehört, bei einer erstmaligen oder Wiederbesetzung nur geeignete blinde und sehbehinderte Menschen auf solche Stellen vermittelt werden. Die Kooperation zwischen dem Finanzministerium und dem Berufsförderungswerk Düren bzw. seiner Vorgängerinstitution, der Rheinischen Umschulungsstätte für Späterblindete, begann allerdings bereits im Jahr 1972 im Rahmen einer Qualifizierung blinder und sehbehinderte Telefonisten, die dann 1974 nach abgelegter Prüfung in die Laufbahn des mittleren Dienstes übernommen wurden. Durch den Erfolg dieser Maßnahme können sich Absolventen des Berufsförderungswerks für den Landesdienst qualifizieren, um dann in den Laufbahnen des mittleren bzw. gehobenen Dienstes der Steuerverwaltung sowie mit Unterstützung durch Assistenzkräfte als Finanz- und Diplomfinanzwirte im Bereich des Finanzministeriums eingesetzt zu werden.
Beim jüngsten Besuch der Hauptschwerbehindertenvertretung des Finanzministeriums im BFW Düren ließen sich die Mitglieder dieses Gremiums eingehend über die Veränderungen in der Ausbildung sowie technische Neuheiten informieren.


Blind, in ihrem Alter! Das fällt auf, und auffallen wollte sie auf keinen Fall. Also mogelte sie sich durch - bis auch das nicht mehr ging.

Vor einem Jahr konnte ich noch Gesichter erkennen. Jetzt nicht mehr. Das vermisse ich, die Gestik und die Mimik. Und das Autofahren! Vor zehn Jahren fing es an. Ich hab was auf den Tisch gelegt, und wenn ich wieder hinguckte, war es weg. Der Arzt sagte: Retinitis Pigmentosa, ein Gendefekt. Die Zellen im Augenhintergrund sterben ab, man erblindet. Ich war fassungslos.
Aber erst mal habe ich so weitergelebt wie bisher. Ich war eine Partygängerin, hatte einen großen Freundeskreis. Doch dann wollte ich immer relativ früh nach Hause. Weil ich es so anstrengend fand, auf Hilfe angewiesen zu sein - man musste mich zur Toilette begleiten, mir sagen, wo die Stufen sind. Ich bin oft hingefallen. Ich hatte einen Tunnelblick, ich sah nicht, was oben, unten oder seitlich war.

Und dieses Sehfeld wurde immer kleiner. Aber ich hab alles dafür getan, dass das nur wenige mitkriegen. Deshalb gab es viele Missverständnisse. Leute reichten mir die Hand, und ich nahm sie nicht - weil sie unterhalb meines Sehausschnitts war. Ich galt wohl als arrogant. So zog ich mich zurück, und die Leute aus der Clique fragten nicht nach. In dem Dorf, in dem ich wohne, gibt es keinen anderen Blinden. Ich wollte nicht auffallen. Dazu war ich absolut nicht bereit. Also habe ich mich jahrelang rumgemogelt. An der Kasse kramte ich in meiner Tasche rum, bis mir die Kassiererin das Rückgeld direkt in die Hand gab: Hallo, Ihr Rückgeld! In der Praxis, wo ich als Zahnarzthelferin war, hatten sie Rücksicht genommen, und ich konnte ja noch Dinge lokalisieren, wenn ich wusste, wo sie lagen.

Aber dann ging es rapide abwärts. Ich musste meine Arbeit aufgeben. Es ging mir richtig schlecht. Ich hatte das Gefühl, ein einsamer Sonderfall zu sein. Nichts mehr wert. Bis ich mir sagte: Entweder ich trauere weiter und gehe daran zugrunde, oder ich finde mich damit ab.

Vor einem Jahr habe ich mit dem Stocktraining begonnen. Die Leute im Dorf hören auf zu sprechen, wenn ich an ihnen vorbeigehe. Und Verkäuferinnen laufen vor mir davon - sie denken, ich sehe gar nichts mehr. Aber derzeit bin ich meist in Düren, hier sind die Leute an Blinde gewöhnt. Ich lerne Physiotherapeutin im Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte. Mittlerweile gehört der Stock zu mir. Gut, ich würde keine Lichterketten dranhängen, aber es geht eben nicht ohne. Selbst Müll bringe ich nur noch mit Stock raus.

Hier sind lauter Menschen, denen es genauso geht. Die meisten waren, als sie herkamen, sozial runtergeschraubt. Jetzt gehen wir shoppen, in Kneipen, manche auch ins Kino, obwohl sie vollblind sind. Einer hat sogar ein Dauerabo. Irgendwann probiere ich das auch aus.

Ich habe früher viel Fernsehen geschaut, war viel im Internet - hier reden wir und reden. Früher hat mich nicht groß interessiert, was andere Leute denken. Ich glaube, ich war oberflächlich. Ich bin feinfühliger geworden, erkenne schon an der Stimme, wenn jemand ein Thema brenzlig findet.

Und ich habe mich hier mit Leuten befreundet, die hätte ich früher nie kennengelernt. Einer zum Beispiel aus der Heavy-Metal-Szene, den ich anfangs noch sehen konnte: schwarzer Mantel, Ketten und Nierenarmbänder - gruselig, hätte ich gesagt. Mit dem bin ich jetzt befreundet. Ich urteile nicht mehr so schnell.

Natürlich gibt es immer noch peinliche Situationen. Wenn ich in eine Hecke laufe. Oder ins Leere spreche, weil jemand kurz vom Tisch aufgestanden ist und mir das nicht gesagt hat. Blöd sind die Blicke im Nacken, wenn einen Leute beobachten. Packt sie das jetzt? Das macht unsicher. Und blöd ist, wenn Leute extra laut mit mir sprechen. Hey, ich bin blind, aber mit den Ohren hab ich nichts!
Ich bin noch nicht so unbeschwert, wie ich gern wäre. Aber es ist wieder ein normales Leben. Jetzt spare ich auf eine SMS-Sprachausgabe und auf einen Scanner, damit mir der PC meine Post vorliest - derzeit muss ich ja alles offenbaren: Kontoauszüge, Briefe … Das ist dann ein Stück Freiheit.

Protokoll: Christine Holch

Aus christmon, das evangelische Magazine 1/2009

Veröffentlicht mit Genehmigung


Veröffentlicht in "Der Mittelstand"
Das Unternehmermagazin
Bundesverband mittelständische Wirtschaft - Ausgabe 1/08

Fit im Beruf trotz Sehbehinderung

Das Berufsförderungswerk Düren versteht sich als Partner der Unternehmen

Augenerkrankungen treten oft schicksalhaft auf und sind nicht immer heilbar. So ist eine starke und vor allem dauerhafte Sehbehinderung oder sogar Erblindung in manchen Fällen nicht zu verhindern. Für den betroffenen Arbeitnehmer ist dies eine schwierige Situation. Aber auch für seinen Arbeitgeber stellen sich viele Fragen: Kann der Arbeitnehmer seine bisherige Berufstätigkeit weiter ausüben? Gibt es Möglichkeiten, um den völligen oder teilweisen Sehausfall auszugleichen? Ist ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen geeigneter? Oder ist der Verlust des Arbeitsplatzes die unvermeidliche Konsequenz?

Frühzeitige Abklärung

Für das Berufsförderungswerk Düren, eines von drei Beratungs - und Bildungszentren der beruflichen Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland, sind solche Fragestellungen Alltag. Seit der Gründung im Jahre 1977 haben Tausende von Betroffenen die Dienstleistungen des gemeinnützigen Unternehmens in Anspruch genommen - von der Beratung zur Sicherung des bestehenden Arbeitsplatzes über eine völlig neue Ausbildung bis hin zur konkreten Unter-stützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sowie bei der Auswahl der notwendigen Hilfsmittel. „Das Wichtigste ist, dass die Betroffenen nicht erst monate- oder sogar jahrelang krankgeschrieben sind, sondern frühzeitig Klarheit haben, ob sie ihren bisherigen Beruf - mit entsprechenden Hilfsmitteln - weiter ausüben können oder ob eine berufliche Umschulung notwendig ist. Neben den Augen-ärzten können gerade auch die Arbeitgeber große Verantwortung für den Be-troffenen übernehmen, wenn sie frühzeitig in Erfahrung bringen, ob die Augen-erkrankung ihres Mitarbeiters nur vorübergehend ist oder ob eine dauerhafte Sehbehinderung mit erheblichen Konsequenzen auf den konkreten Arbeitsplatz vorliegt. Wir stehen sowohl den betroffenen Arbeitnehmern als auch den Arbeit-gebern jederzeit zu einem ausführlichen Beratungsgespräch über die beruflichen Perspektiven zur Verfügung. Unsere Fachleute gehen in das jeweilige Unternehmen, untersuchen den konkreten Arbeitsplatz des sehbehinderten Mitarbeiters, empfehlen entsprechende Hilfsmittel und schulen damit”, so BFW-Geschäftsführer Dr. Hans Zeißig. Dass das BFW Düren, Mitglied im Bundesverband der mittel-ständischen Wirtschaft, den Arbeitgebern auch bei der Antragstellung zur Finanzierung der Hilfsmittel durch das Integrationsamt zur Seite steht, ist selbstverständlich.

Berufliche Neuorientierung

Doch nicht immer kann die bisherige Berufstätigkeit durch den Einsatz von Hilfsmitteln „gerettet” werden. In vielen Fällen ist daher für die blinden und sehbehinderten Arbeitnehmer eine berufliche Neuorientierung notwendig. Im BFW Düren bietet sich ihnen ein breites Ausbildungsangebot, das immer wieder an die sich verändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst wird. Die traditionellen Blinden- und Sehbehindertenausbildungen zum Telefonisten, zur Schreibkraft, zum Industriearbeiter oder der Grundlehrgang für Physikalische Therapie - wenngleich mit neuen inhaltlichen Schwerpunkten - sind längst ergänzt worden durch eine Vielzahl anderer Ausbildungsgänge, vor allem im Kommunikations-, Büro- und Verwaltungsbereich. Für jeden Rehabilitanden steht ein passgenauer, moderner PC zur Verfügung - für Blinde mit einer zusätzlichen Braillezeile ausgestattet, mit der geschriebene Texte „gelesen” werden können, für Sehbehinderte eine entsprechende Vergrößerungssoftware. Diese und andere Hilfsmittel ermöglichen fast alle Arbeiten am Ausbildungsplatz, getreu dem Grundsatz: „So individuell und so arbeitsmarktadäquat wie möglich auszubilden.” Dieser Grundsatz gilt natürlich ebenso für die individuellen oder in Kleingruppen organi-sierten Qualifizierungs- und Anpassungsmaßnahmen wie z.B. spezielle PC-Schulungen.

Partner der Unternehmen

Für das Berufsförderungswerk Düren ist die Integration der Rehabilitanden in den Arbeitsmarkt eine Pflichtaufgabe. „Es ist unser Ziel, gemeinsam mit den Rehabilitanden, einen Arbeitsplatz zu finden, der ihren persönlichen Fähigkeiten und Kenntnissen, aber auch ihrer Gesamtpersönlichkeit entspricht. Davon profitieren nicht nur die Rehabilitanden, sondern vor allem auch die Arbeitgeber, als deren Partner wir uns verstehen. Sie erhalten die Gewähr, dass wir auch nach der Einstellung eines sehbehinderten oder blinden Menschen mit unserem Knowhow als Berater zur Verfügung stehen”, erläutert Abteilungsleiter Manfred Ersing. So ist es denn auch selbstverständlich, dass blinde und sehbehinderte Arbeitnehmer oftmals die Dienstleistungen des BFW Düren in Abstimmung mit dem Unternehmen in Anspruch nehmen, wenn dort eine neue Technologie eingeführt wird und ihre spezifischen Belange bei der Schulung nicht berücksichtigt werden konnten. Das Konzept einer umfassenden Betreuung sowohl des Rehabilitanden als auch des Arbeitgebers geht bisher voll auf, denn trotz der weiterhin schwierigen Arbeitsmarktlage für Schwerbehinderte konnten in den letzten zehn Jahren regelmäßig Vermittlungsergebnisse von 70 Prozent erreicht werden - eine Zahl, die sich sehen lassen kann.

Karl-Albert Eßer


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Karl-Albert Eßer
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